Aktuell

 

Medienmitteilung, Kurzfassung

Entwicklungshilfe von Dorf zu Dorf

Saanen. Ein Entwicklungshilfe-Verein aus dem Saanenland im Kanton Bern hilft zwei siebenbürgischen Dörfern in Rumänien. Bei der ordentlichen Jahresversammlung von Vepass, dem Verein Partnerschaft Siebenbürgen-Saanenland wurde erneut betont, dass Schenken einfach sei, dass hier aber die weit komplexere Hilfe zur Selbsthilfe im Zentrum stehe. Im Berichtsjahr kam nebst einer regelmässigen Versorgung der Chronischkranken mit den gespendeten Medikamenten sowie der Einrichtung einer bereits im ersten Jahr erfolgreichen Mosterei (zwei Frauen waren im Diemtigtal ausgebildet worden), auch das grösste Projekt, das Haus der Begegnung voran: Es soll der gemeinsamen Aktivitäten und Solidarisierung der beiden Dörfer Sepröd und Szentimre dienen und zugleich für Vepass im Rahmen des Pilotprojekts der Verwirklichung einer dezentralen Wasserversorgung und - entsorgung in Entwicklungsgebieten besondere Strahlkraft bekommen: konkret geht es um den Einbau einer praxiserprobten Trockentoilette und eines sauberen Trinkwasserbunnens für alle, denn in dieser Gegend ist praktisch jeder vorhandene Brunnen verschmutzt, meist mit Kolibakterien. Vepass geht auf Hilfsgüterlieferungen der Kirchgemeinde Saanen in die beiden siebenbürgischen Dörfer sei dem Sturz des kommunistischen Regimes zurück. Nachdem die Kontakte ausgebaut wurden und Entwicklungszusammenarbeit aufgegleist wurde, kam es vor sieben Jahren zur Vereinsgründung.

Saanen, 26. April 2013

Vepass Verein Partnerschaft Siebenbürgen-Saanenland

 

 

Medienmitteilung, ausführliche Fassung

Medienmitteilung

Sauberes Wasser und Most statt Schnaps

Entwicklungshilfe von Dorf zu Dorf

Um Hilfe zur Selbsthilfe geht es bei Vepass, dem Verein Partnerschaft Siebenbürgen-Saanenland. Im vergangenen Jahr waren in den Dörfern Szentimre und Sepröd verschiedene Projekte, unter anderem die Einrichtung einer kleinen Mosterei, der Ausbau eines Hauses der Begegnung mit wegweisendem Wasserhaushaltskonzept und die Versorgung der Chronischkranken, erfolgreich  vorangekommen.

Saanen. Bei der 7. ordentlichen Mitgliederversammlung am 26. April 2012 in Saanen wurde über den aktuellen Stand der Projekte informiert, welche sich einerseits dank der Unterstützung aus dem Berner Oberland, andererseits dank der lokalen rumänischen Partnerorganisation gut entwickeln.

„Schenken ist einfacher als helfen“, sagte Vereinspräsident Dagobert Kuster und hob hervor, dass die Zusammenarbeit voraussetze, sich zu engagieren und gegenseitig zu fordern, Abmachungen einzuhalten, Verantwortlichkeiten bewusst zu machen. Das brauche Geduld, Respekt und eine stabile Vertrauensbasis, denn mit Meinungsverschiedenheiten sei zu rechnen. „Entwicklungszusammenarbeit muss Eigenverantwortung produzieren, wenn sie erfolgreich sein will“, fasste der Präsident seine Ausführungen zusammen und konnte mit Genugtuung auf den Bericht des Leiters der rumänischen Partnerorganisation, Pfarrer Szabolcs Kovàcs, verweisen:

Most statt Schnaps: zwei Frauen des örtlichen Frauenvereins hatten im Diemtigtal bei Samuel Järmann das Handwerk des Mostens erlernt. Schon die Saison 2012 war von Erfolg gekrönt: dank der neuen Mosterei konnte aus einer reichen Obsternte 10'000 Liter Most produziert und ohne Vermarktungsan­strengungen verkauft werden.

Krankenpflegedienst: zwei Krankenschwestern kümmern sich um die Alten und Chronischkranken und versorgen sie mit gespendeten Medikamenten.

Haus der Begegnung: auf Initiative von Pfarrer Kovàcs wird mit Einbezug von Gemeindemitgliedern ein Haus der Begegnung gebaut. Es soll ein lebendigeres, vom Solidaritätsgedanken getragenes Gemeindeleben fördern und eine Basis für die Entwicklung der beiden Gemeinden bilden.

Im Zusammenhang mit der Vision der Verwirkli­chung einer dezentralen Wasserversorgung - und entsorgung (es wurden bereits Pilotvorhaben verwirklicht) wird im Haus eine exemplarische und praxisgetestete Trockentoilette eingebaut. Weiter soll ein für das ganze Dorf zugänglicher sauberer Trinkwasserbrunnen erstellt werden. Praktisch alle Haushalte sind auf eigene Brunnen, die kein wirklich sauberes Wasser enthalten und oft mit Kolibakterien infiziert sind, angewiesen. Eine zentrale Wasserversorgung mit Abwassersystem und Kläranlage wäre unsinnig und niemals finanzierbar.

Die Gründung von Vepass war eine Folge der sich vertiefenden Kontakte zwischen Vertretern der Gemein­den Sepröd und Szentimre einerseits und der Kirchgemeinde Saanen andererseits, die ihren Ursprung in Hilfsgüterlieferungen und Entwicklungsvorhaben im kirchlichen und sozialen Bereich nach dem Sturz des kommunistischen Regimes Rumäniens hatten. Vepass sollte eine weitergehende und breitere Entwicklungs­zusammenarbeit zwischen dem Saanenland und Siebenbürgen sicherstellen. Aufbauend auf dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ konzentriert sich Vepass in seiner Zusammenarbeit auf die Bereiche „Aus-und Weiter­bildung“, „Infrastrukturauf­bau“, „Wirtschaftsförderung“ sowie „ kirchliche und soziale Zusammenarbeit“.

Saanen, 26. April 2013

Vepass Verein Partnerschaft Siebenbürgen-Saanenland